search Suche

Fußball & Diabetes passen gut zusammen

  • Daniel auf dem Fußballplatz beim Training

    Daniel lebt seit über 35 Jahren mit Diabetes – und ist viel in Bewegung. Der Fußballtrainer steht zwei Mal pro Woche auf dem Platz und trainiert eine Jugendmannschaft. Mit myLoop kann er seine volle Konzentration dem Training widmen.

    Fußball ist deine Leidenschaft. Wie kam es, dass du Trainer einer Jugendmannschaft geworden bist?

    Ich liebe den Fußball und habe in einer Mannschaft gespielt, seit ich selbst zur Schule ging – sogar vorher schon auf dem Bolzplatz. Als Vater von drei Söhnen gebe ich diese Leidenschaft sehr gerne weiter. Aber als zwei meiner Jungs soweit waren, fehlten im Ort die Trainer. Zusammen mit zwei Freunden haben wir dann ein Trainerteam gebildet und stehen seitdem zwei Mal die Woche auf dem Platz. Und am Wochenende natürlich bei den Spielen am Spielfeldrand…

    Vielleicht sprechen wir mal kurz über deine Diabetesgeschichte, Daniel

    Gerne. Ich bin in der DDR geboren und komme noch aus einer Zeit, in der es keinerlei technische Unterstützung in der Therapie gab. Behandelt wurde ich Ende der 1980er Jahre anfangs noch mit Schweineinsulin, dann kam ein starrer Therapieplan mit Mischinsulin und 6 festen Mahlzeiten: gleiche Uhrzeit, gleiche BE-Menge. Jeden Tag – egal ob ich hungrig war oder nicht. Pens gab es noch nicht und zum Glück hatte ich einen Onkel, der die «guten» Einwegspritzen aus dem Westen organisieren konnte. Der Blutzucker wurde im Finger gemessen. So ging es, bis ich ungefähr 9 oder 10 war. Dann bekam ich meine erste Insulinpumpe: eine D-Tron von Disetronic. Die flog in meinen Teenie-Jahren wieder weg und ich machte weiter mit einer Pen-Therapie. Sport war immer ein Teil meines Lebens, Fußball und auch mal Kampfsport. Genauso wie der Diabetes, der war auch immer da. Meist lief er irgendwie, so genau wusste ich das ja meist nur beim Messen. Vor neun oder zehn Jahren kam ich zufällig an einen Libre 1 Sensor aus den USA. Das war schon großartig. Seitdem behielt ich die Technikentwicklung im Blick. 2020 wurde mir die YpsoPump verordnet, zwei Jahre später kam der myLoop mit automatisierter Insulinabgabe dazu. Für mich ein echter Game-Changer!

    Sport und Diabetes geht nicht ganz einfach zusammen. Schaust du beim Training deiner Jungs nur zu, oder bist du selbst aktiv?

    Jugendtraining ohne mitmachen ist kaum möglich und entspricht auch nicht meinem Anspruch, für die Kinder ein Vorbild zu sein. Natürlich mache ich das gesamte Aufwärmprogramm inklusive Stretching mit. Aber auch schon die ganze Spielvorbereitung, das Schleppen der Tore und der Aufbau der Trainingsmaterialien bringt meinen Körper in Bewegung. Mit dem myLoop ist das kein Problem mehr: bei mir reicht es, ca. eine Stunde vor dem Training den Ease-off Modus an meiner App anzustellen, ein kleiner Snack vorweg, dann läuft alles von allein, ohne dass ich besonders darauf achten muss. Das hat sich super eingespielt.

    Wo lässt du Pumpe und Handy während des Trainings?

    Zum Glück muss ich meine Insulinpumpe nicht zur Steuerung des Diabetes unter der Kleidung hervorholen, weil alles über eine Handy-App läuft. Ich verstaue die Pumpe tatsächlich in einer kleinen Tasche der Unterwäsche. Dort ist sie unsichtbar und gut geschützt immer bei mir. Während des Jugendtrainings habe ich mein Smartphone zur Therapiesteuerung in der Tasche der Trainingshose.

    Die Europameisterschaft bewegt aktuell nahezu jeden in Deutschland und Europa. Die Begeisterung für den Sport vereint alt und jung und sorgt für ein wahres Fußballfieber in den Wohnzimmern genauso wie in den Fan Zones der Städte. Mitte Juli steht der neue Europameister fest. Was wird von der EM bleiben?

    Welt- und Europameisterschaften haben immer einen großen Effekt auf die Begeisterung für den Fußball. Viele Kinder und Jugendliche nehmen die Sportler als Vorbilder und ich erwarte einen spürbaren Zuwachs an Kindern in den Vereinen. Das ist toll! Wir brauchen dringend mehr Bewegung in allen Altersklassen – es wird weniger auf den Straßen gespielt und gebolzt. Dafür sitzen immer mehr Kinder stundenlang vor dem Computer. Bei uns sind alle willkommen, die ernsthaft trainieren, sich bewegen und Spaß haben wollen!

    Kommen wir doch noch einmal auf den Diabetes zu sprechen: Hast du noch einen Tipp für fußballbegeisterte Mädchen oder Jungs mit Typ-1-Diabetes, die davon träumen, erfolgreiche Sportler zu werden?

    Glaubt an euch selbst. Der Diabetes wird immer da sein, sollte aber nie zum Hindernis werden, die persönlichen sportlichen Ziele zu erreichen. Wir leben in einer Zeit, in der die technische Entwicklung schon vieles möglich gemacht hat. Moderne AID-Systeme wie meines können den Alltag mit Diabetes sehr erleichtern. Und es ist noch kein Ende der technischen Entwicklung in Sicht. Man muss auf seinen Diabetes achten, deshalb seid offen und steht zu eurer Krankheit – dann können Freunde mit auf euch aufpassen.

    Also: macht den Diabetes zur Nebensache deines Lebens, trainiert und habt Spaß!